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Handlungsfeld 1 · § 2 Nummer 1 AEVO

Ausbildungsvoraussetzungen prüfen und Ausbildung planen

Das Handlungsfeld nach § 2 Nummer 1 umfasst die berufs- und arbeitspädagogische Eignung, Ausbildungsvoraussetzungen zu prüfen und Ausbildung zu planen.

7 Kompetenzen · 7 Lernmodule · 96 Übungsaufgaben · ca. 20 % der schriftlichen Prüfung

Inhaltliche Schwerpunkte

Nutzen und Kosten der Ausbildung

Eigener Fachkräftenachwuchs, Unabhängigkeit vom Arbeitsmarkt, Imagegewinn – dem gegenüber stehen Personal-, Sach-, Verwaltungs- und Rekrutierungskosten.

Eignung von Ausbildungsstätte und Personal

Persönliche und fachliche Eignung (§§ 28–30 BBiG), Verhältnis Auszubildende zu Fachkräften, Ausstattung der Ausbildungsstätte (§ 27 BBiG).

Ausbildungsberufe und Ausbildungsordnung

Verzeichnis der anerkannten Ausbildungsberufe (BIBB), Mindestinhalte der Ausbildungsordnung nach § 5 BBiG, Ausbildungsrahmenplan als Grundlage der Planung.

Betrieblicher Ausbildungsplan

Sachliche und zeitliche Gliederung, Abstimmung mit Berufsschule, Versetzungsplan, Berücksichtigung von Urlaub, Prüfungen und betrieblichen Abläufen.

Ausbildung im Verbund und Auftragsausbildung

Wenn nicht alle Inhalte im Betrieb vermittelt werden können: überbetriebliche Ausbildung, Verbundausbildung oder Auftragsausbildung.

Mitwirkende Institutionen

Zuständige Stelle (Beratung und Überwachung, § 76 BBiG), Berufsschule, Agentur für Arbeit, Betriebsrat/JAV (§§ 96–98 BetrVG).

Kompetenzen und Lernmodule

Jede Kompetenz aus § 3 Absatz 1 AEVO ist genau einem Lernmodul zugeordnet.

  1. 1.1

    Die Ausbilder und Ausbilderinnen sind in der Lage, die Vorteile und den Nutzen betrieblicher Ausbildung darstellen und begründen zu können.

    Lernmodul

    Vorteile und Nutzen betrieblicher Ausbildung darstellen und begründen

    Betriebliche Ausbildung sichert Fachkräfte, stärkt Wettbewerbsfähigkeit und erfüllt gesellschaftliche Verantwortung.

  2. 1.2

    Die Ausbilder und Ausbilderinnen sind in der Lage, bei den Planungen und Entscheidungen hinsichtlich des betrieblichen Ausbildungsbedarfs auf der Grundlage der rechtlichen, tarifvertraglichen und betrieblichen Rahmenbedingungen mitzuwirken.

    Lernmodul

    Bei der Personalplanung mitwirken und die Vorteile der betrieblichen Ausbildung beurteilen

    Personalplanung mit Ausbildungsbedarf verknüpfen und Nutzen betrieblicher Ausbildung fundiert bewerten.

  3. 1.3

    Die Ausbilder und Ausbilderinnen sind in der Lage, die Strukturen des Berufsbildungssystems und seine Schnittstellen darzustellen.

    Lernmodul

    Strukturen des Berufsbildungssystems und seine Schnittstellen darstellen

    Überblick über Aufbau, Akteure und Übergänge im deutschen Berufsbildungssystem für die AEVO-Prüfung.

  4. 1.4

    Die Ausbilder und Ausbilderinnen sind in der Lage, Ausbildungsberufe für den Betrieb auszuwählen und dies zu begründen.

    Lernmodul

    Ausbildungsberufe für den Betrieb auswählen und dies begründen

    Es geht darum, passende Ausbildungsberufe anhand betrieblicher, rechtlicher und pädagogischer Kriterien auszuwählen.

  5. 1.5

    Die Ausbilder und Ausbilderinnen sind in der Lage, die Eignung des Betriebes für die Ausbildung in dem angestrebten Ausbildungsberuf zu prüfen sowie, ob und inwieweit Ausbildungsinhalte durch Maßnahmen außerhalb der Ausbildungsstätte, insbesondere Ausbildung im Verbund, überbetriebliche und außerbetriebliche Ausbildung, vermittelt werden können.

    Lernmodul

    Eignung des Betriebes für die Ausbildung prüfen und Ausbildung im Verbund klären

    Prüfung, ob ein Betrieb ausbilden darf und wie fehlende Inhalte durch Verbundausbildung abgesichert werden.

  6. 1.6

    Die Ausbilder und Ausbilderinnen sind in der Lage, die Möglichkeiten des Einsatzes von auf die Berufsausbildung vorbereitenden Maßnahmen einzuschätzen.

    Lernmodul

    Möglichkeiten des Einsatzes von berufsvorbereitenden Maßnahmen einschätzen

    Berufsvorbereitende Maßnahmen helfen, Ausbildungsreife zu fördern und passende Bewerber schrittweise an Ausbildung heranzuführen.

  7. 1.7

    Die Ausbilder und Ausbilderinnen sind in der Lage, im Betrieb die Aufgaben der an der Ausbildung Mitwirkenden unter Berücksichtigung ihrer Funktionen und Qualifikationen abzustimmen.

    Lernmodul

    Aufgaben der an der Ausbildung Mitwirkenden abstimmen

    Ausbildungsaufgaben müssen zwischen Ausbildendem, Ausbildern, Fachkräften, Berufsschule und Interessenvertretungen klar abgestimmt werden.

Rechtsgrundlagen

  • § 1, § 5 BBiGZiele der Berufsausbildung, Inhalte der Ausbildungsordnung.
  • §§ 27–30 BBiGEignung von Ausbildungsstätte, Ausbildender und Ausbilder.
  • § 76 BBiGÜberwachung und Beratung durch die zuständige Stelle.
  • §§ 64–66 BBiGMenschen mit Behinderungen: Grundsatz anerkannter Beruf, Nachteilsausgleich, Fachpraktiker-Regelungen der zuständigen Stelle.
  • JArbSchG, BUrlG, ArbZGArbeitszeit, Pausen, Urlaub – besonders bei Minderjährigen.

Prüfungsrelevanz

Schriftliche Prüfung

  • • Kostenarten der Ausbildung unterscheiden und Beispiele zuordnen
  • • Eignungsvoraussetzungen von Betrieb und Ausbildungspersonal prüfen
  • • Kompetenzbereiche (Fach-, Methoden-, Sozial-, Selbstkompetenz) erkennen
  • • Pausen- und Arbeitszeitregelungen für Minderjährige berechnen

Praktische Prüfung

  • • Im Fachgespräch begründen, warum das gewählte Thema zum Ausbildungsrahmenplan passt
  • • Einordnung der Unterweisung in den betrieblichen Ausbildungsplan darstellen

Typische Stolpersteine

  • • Persönliche und fachliche Eignung werden verwechselt
  • • Ausbildungsrahmenplan (Betrieb) und Rahmenlehrplan (Berufsschule) werden vertauscht
  • • Teilzeitausbildung: Urlaubstage bleiben gleich, wenn die Zahl der Wochentage gleich bleibt