Nächster AEVO-Vorbereitungskurs · Zugangscode einlösen

Prüfungsvorbereitung

So organisierst du deine AEVO-Vorbereitung

Der Ausbilderschein (AEVO / AdA) besteht aus einem schriftlichen Teil mit Situationsaufgaben zu den 4 Handlungsfeldern und einem praktischen Teil (Unterweisung oder Präsentation mit anschließendem Fachgespräch). Hier findest du einen Plan, der dir sagt, was du lernen musst, was du schon kannst, wie du deinen Stand markierst und wie du schriftliche und praktische Prüfung zeitlich planst.

Selbstcheck: Was kannst du schon? Was fehlt noch?

Markiere jedes Thema mit dem Ampelsystem. Dein Stand wird lokal gespeichert. So siehst du auf einen Blick, wo du noch Zeit investieren musst.

0%

sicher beherrscht

26

Themen offen

0

Themen grün

Rot: noch unbekannt / muss ich lernen
~Gelb: teilweise sicher, muss wiederholen
Grün: beherrsche ich sicher

Selbstcheck wird geladen …

Wie du lernst, übst und dich prüfst

1. Lernen

Arbeite die Lernmodule der Reihe nach durch. Lies nicht nur, sondern fasse das Gelernte aktiv zusammen. Notiere dir offene Fragen.

Zu den Lernmodulen →

2. Üben

Löse nach jedem Handlungsfeld die Übungsaufgaben. Wichtiger ist die Auswertung: Verstehe, warum eine Antwort richtig ist und warum die anderen falsch sind.

Übungsaufgaben starten →

3. Wiederholen

Nutze Karteikarten und Merksätze für kurze Wiederholungen. Falsche Aufgaben wandern automatisch in die Fehlerprüfung.

Karteikarten öffnen →

4. Prüfen

Mache Musterprüfungen unter Zeitdruck. Die Original-Simulation mit 80 Aufgaben in 180 Minuten ist der beste Prüfungs-Feuerprobe.

Musterprüfungen →

Der 8-Wochen-Lernplan

Bei ca. 4–6 Stunden Lernzeit pro Woche deckst du mit diesem Plan beide Prüfungsteile strukturiert ab.

Woche 1–2Handlungsfeld 1

Ausbildungsvoraussetzungen prüfen und planen

  • Betrieblichen Ausbildungsbedarf & Nutzen ermitteln
  • Ausbildungsberufe, Eignung des Betriebs, Verbundausbildung
  • BBiG / HwO Grundlagen, Ausbildungsplan erstellen

Pensum: Module HF 1 durcharbeiten + 40 Übungsaufgaben HF 1

Woche 3Handlungsfeld 2

Ausbildung vorbereiten und Einstellung mitwirken

  • Auswahlkriterien, Bewerbungsverfahren, Vorstellungsgespräch
  • Ausbildungsvertrag, Eintragung, JArbSchG-Pflichten
  • Kooperation mit der Berufsschule

Pensum: Module HF 2 + 40 Übungsaufgaben HF 2

Woche 4–5Handlungsfeld 3

Ausbildung durchführen – das prüfungsintensivste Feld

  • Lernziele & Lernbereiche, Ausbildungsmethoden (4-Stufen, Leittext, Lehrgespräch)
  • Motivation, Feedback, Lernschwierigkeiten, Konflikte
  • Beurteilung, Zwischenprüfung, interkulturelle Kompetenz

Pensum: Module HF 3 + 40 Übungsaufgaben HF 3 (dieses HF hat das größte Prüfungsgewicht)

Woche 6Handlungsfeld 4

Ausbildung abschließen

  • Prüfungsanmeldung, Vorbereitung auf die Abschlussprüfung
  • Zeugnis erstellen, Übernahme & Weiterbildungswege

Pensum: Module HF 4 + 40 Übungsaufgaben HF 4

Woche 7Wiederholung

Lücken schließen

  • Fehlerprüfung: alle falsch beantworteten Aufgaben erneut lösen
  • Karteikarten & Merksätze täglich 15 Minuten
  • Gesetzestexte gezielt nachschlagen statt auswendig lernen

Pensum: Fehlerprüfung + Karteikarten-Wiederholung

Woche 8Prüfungssimulation

Ernstfall proben

  • Musterprüfungen unter Zeitdruck (je 40 Aufgaben)
  • Original-Simulation: 80 Aufgaben in 180 Minuten
  • Praktischer Teil: Unterweisung oder Präsentation ausarbeiten und laut üben

Pensum: Simulation + Konzept für den praktischen Teil

Lernmethoden, die wirklich wirken

Nicht zu verwechseln mit den Ausbildungsmethoden für die Unterweisung – diese findest du ausführlich hier:Zu den Ausbildungsmethoden

Aktiv statt passiv

Nach jedem Modul zwei Sätze aus dem Kopf zusammenfassen und erst dann die Übungsaufgaben lösen. Wiedergeben schlägt Wiederlesen deutlich.

Module öffnen →

Spaced Repetition

Karteikarten täglich kurz statt einmal lang. Falsch beantwortete Karten kommen automatisch erneut – das ist der größte Hebel.

Karteikarten →

Gesetze verstehen, nicht auswendig lernen

In der Prüfung zählt, dass du BBiG, JArbSchG, ArbZG, AusbEignV und HwO sinngemäß anwenden kannst. Übe das Nachschlagen und die Zuordnung zum Fall.

Gesetze →

Fallbezug herstellen

AEVO-Fragen sind Situationsaufgaben. Frag dich bei jeder Aufgabe: Wer handelt? Welche Pflicht? Welche Rechtsgrundlage? Welche Konsequenz?

Musterprüfungen →

Mehrfachauswahl beachten

Bei Multiple-Choice können mehrere Antworten richtig sein. Immer alle Optionen einzeln als wahr/falsch bewerten.

Jetzt üben →

Lernen in Blöcken

45 Minuten fokussiert, 10 Minuten Pause. Drei Blöcke pro Lerntag reichen, wenn sie wirklich konzentriert sind.

Mehr Tipps →

Planung der schriftlichen Prüfung

Zeitaufteilung

Bei 80 Aufgaben in 180 Minuten hast du durchschnittlich etwas über 2 Minuten pro Aufgabe. Einfache Fragen schnell lösen, schwierige markieren und am Ende nochmal bearbeiten.

Fragetypen

Die schriftliche Prüfung arbeitet mit Multiple-Choice und Situationsaufgaben. Mehrere Antworten können richtig sein – prüfe jede Option einzeln.

Rechtsgrundlagen

Du musst keine Paragrafennummern auswendig lernen. Wichtig ist, dass du die richtige Rechtsgrundlage erkennst und sinnvoll anwendest.

Tagesroutine

Plane 2–3 Tage vor der Prüfung keine neuen Inhalte mehr, sondern wiederhole mit Karteikarten und einer abschließenden Simulation.

Alles-oder-Nichts-Prinzip

Eine Aufgabe zählt nur, wenn alle richtigen Antworten markiert sind. Die Anzahl der richtigen Lösungen steht bei jeder Aufgabe dabei – zähle sie beim Üben immer mit. Maximal 100 Punkte, mindestens 50 Punkte zum Bestehen.

Tablet-Prüfung nutzen

Du kannst frei zwischen den Aufgaben blättern, die Reihenfolge selbst wählen und Antworten bis zur Abgabe ändern. Vor Ablauf der Zeit kommt ein automatischer Hinweis, das Ergebnis liegt direkt nach dem Beenden vor. Übe deshalb auch am Bildschirm.

Planung des praktischen Teils

Unterweisung (praktische Durchführung)

Du zeigst einer Auszubildenden oder einem Auszubildenden eine abgegrenzte Tätigkeit – z. B. nach der4-Stufen-Methode. Wähle ein Thema, das in 15 Minuten realistisch vermittelbar ist.

  • Begründe Zielgruppe, Lernziel und gewählte Methode
  • Plane Einstieg, Erklärung, Demonstration, Übung, Sicherung
  • Bereite Arbeitsmittel und ein geeignetes Medium vor
So formulierst du das Lernziel: vom Ausbildungsrahmenplan zum Feinlernziel

Der Weg ist eine Übersetzung vom Ausbildungsrahmenplan in beobachtbares Verhalten.

  1. Richtlernziel – die große Richtung. Beispiel: „Kundenorientierte Kommunikation“.
  2. Groblernziel – meist aus dem Ausbildungsrahmenplan übernommen. Im Entwurf wird das Thema aus dem Ausbildungsrahmenplan als Grobziel angegeben. Beispiel: „Kunden situationsgerecht informieren und beraten“.
  3. Feinlernziel – konkret und prüfbar: Was soll die/der Auszubildende nach genau dieser Unterweisung können? Es beschreibt das Verhalten nach dem Lernprozess, wahrnehmbar und überprüfbar.
  4. Lernerfolgskontrolle – Woran erkenne ich, dass das Feinlernziel erreicht wurde?

Formel für das Feinlernziel

Inhalt + Verhalten + Bedingung + Beurteilungsmaßstab

„Der Auszubildende kann nach der Unterweisung ein telefonisches Kundengespräch anhand des betrieblichen Gesprächsleitfadens selbstständig, vollständig und unter Einhaltung der vereinbarten Servicestandards durchführen.“

Inhalttelefonisches Kundengespräch
Verhaltendurchführen
Bedingunganhand des betrieblichen Gesprächsleitfadens
Beurteilungsmaßstabselbstständig, vollständig, nach Servicestandards

Damit lässt sich hinterher prüfen: Kann sie/er es – oder noch nicht?

Vier Denkfragen

  1. Was steht im Ausbildungsrahmenplan? (Ausgangspunkt)
  2. Welche konkrete berufliche Tätigkeit steckt dahinter? (raus aus der Verordnung, rein in den Betriebsalltag)
  3. Was soll die/der Auszubildende anschließend sichtbar tun können? (beobachtbares Verb)
  4. Woran erkenne ich gute Leistung? (Beurteilungsmaßstab)

Das passt zur AEVO: In Handlungsfeld 3 werden aus dem betrieblichen Ausbildungsplan und berufstypischen Arbeits- und Geschäftsprozessen konkrete Lern- und Arbeitsaufgaben entwickelt.

Verben

Gut: durchführen, erstellen, auswählen, erklären, zuordnen, prüfen, montieren, ausfüllen, berechnen, vergleichen, dokumentieren, kontrollieren, präsentieren

Schwierig: kennen, wissen, verstehen, kennenlernen – „verstehen“ lässt sich kaum beobachten.

Statt „Der Auszubildende versteht die Rechnungserstellung“ besser: „Der Auszubildende kann eine Kundenrechnung anhand der vorliegenden Auftragsdaten selbstständig und fehlerfrei erstellen.“

Merkhilfe

Richtlernziel → Groblernziel → betriebliche Situation → beobachtbare Handlung → Qualitätsmaßstab → Feinlernziel

Was soll sie/er tun können, womit, wie selbstständig und wie gut?

Beispiel komplett

  • Richtlernziel: Kundenorientierung
  • Groblernziel: Kunden beraten und informieren
  • Betriebliche Situation: Ein Kunde meldet telefonisch eine technische Störung.
  • Feinlernziel: Der Auszubildende kann nach der Unterweisung eine telefonische Störungsmeldung mithilfe des betrieblichen Ticketsystems selbstständig, vollständig und gemäß den festgelegten Servicestandards aufnehmen.
  • Lernerfolgskontrolle: Der Auszubildende bearbeitet einen neuen Beispielfall selbstständig.

Das Feinlernziel entsteht aus dem Groblernziel durch Konkretisierung auf eine einzelne, beobachtbare berufliche Handlung.

Präsentation einer Ausbildungssituation

Alternativ präsentierst du eine Ausbildungssituation und begründest deine didaktische Planung. Beide Varianten sind gleichwertig; danach folgt ein Fachgespräch von etwa 15 Minuten.

  • Entscheide dich früh für Unterweisung oder Präsentation
  • Erstelle ein Skript mit Zeitangaben pro Abschnitt
  • Übe mindestens dreimal laut mit Stoppuhr

Praktische Prüfung im Detail planen

Tipp: Bereite Antworten auf typische Rückfragen vor („Warum diese Methode?“, „Wie sichern Sie den Lernerfolg?“, „Was tun Sie bei Lernschwierigkeiten?“).

Themenwahl prüfen

Bevor du den Entwurf schreibst: Geh diese sechs Fragen durch. Erst wenn alle mit Ja beantwortet sind, trägt das Thema durch die praktische Prüfung.

  • ?Hat die Handlung einen direkten Berufs- und Arbeitsbezug?
  • ?Erkennt der/die Auszubildende Sinn und Anforderung – entsteht stabile Lernmotivation?
  • ?Steckt ein echter Problemgehalt in der Situation?
  • ?Lässt sich das Thema schlüssig aus Ausbildungsrahmenplan bzw. betrieblichem Ausbildungsplan ableiten?
  • ?Ist es in 15 Minuten realistisch vermittelbar?
  • ?Keine isolierte Handlung (z. B. bloßes Ausfüllen eines Formulars) – gefragt ist Handlungskompetenz in der Vernetzung.

Unterweisungsentwurf Schritt für Schritt

Diese Gliederung erwartet der Prüfungsausschuss. Der Entwurf kann digital eingereicht werden; die Details zum Hochladen kommen mit der Einladung zur praktischen Prüfung.

  1. 1Allgemeine Angaben: Name, Ausbildungsberuf, Thema und Themeneinordnung (Auszug aus der Ausbildungsordnung beilegen), Anzahl der Auszubildenden, Ausbildungsstand in Monat/Jahr, Lernort, Zeitdauer max. 15 Minuten
  2. 2Kurzanalyse der Lerngruppe: Kenntnisse zur Person, Zeit im Unternehmen, bereits vermittelte Fertigkeiten, Auffassungsgabe, Lern- und Sozialverhalten
  3. 3Didaktische Entscheidung: vorherige und nachfolgende Unterweisung, Bezug zu Ausbildungsrahmenplan bzw. sachlich-zeitlicher Gliederung
  4. 4Handlungskompetenz: Fach-, Methoden-, Sozial- und Personalkompetenz konkret auf das Thema bezogen
  5. 5Methodische Entscheidung mit Begründung der Methodenwahl
  6. 6Motivation und Problembewusstsein – zu Beginn und im Verlauf
  7. 7Sicherung des Lernerfolgs / Lernerfolgskontrolle
  8. 8Planungsskizze: lfd. Nr. · Phasen und Inhalte · Methoden · Medien und Ausbildungsmittel
  9. 9Deckblatt mit Prüfungsdatum, Name, Geburtsdatum, Art der Prüfung, Thema und unterschriebener Erklärung der eigenständigen Erstellung

Durchführung oder Präsentation – was passt zu dir?

KriteriumDurchführungPräsentation
ZeitMax. 15 Minuten; nach Ablauf ist der Ausbildungsabschnitt abgeschlossen.Max. 15 Minuten; die dargestellten Inhalte dürfen sich über einen größeren Zeitraum erstrecken.
HandlungskompetenzWird im Tun tatsächlich vermittelt und ist beobachtbar.Muss für den Prüfungsausschuss eindeutig und verständlich dargestellt werden.
MethodikMethoden werden real eingesetzt und gesteuert.Es wird dargestellt, wie die Kompetenzen methodisch vermittelt werden sollen.
MedienArbeitsbeschreibungen, Aufgaben- und Arbeitsblätter bereitstellen.Visuelle Hilfsmittel sind Pflicht (Flipchart, Pinnwand, Objektkamera, Laptop) – ein reiner Vortrag genügt nicht. Laptop stellt die IHK nicht.
Beteiligte1 bis 3 Auszubildende, Rollenübernahme durch Lehrgangsteilnehmende möglich.Der Prüfungsausschuss ist Zuhörer; die Ausbildungssituation wird beschrieben.

Wo die 100 Punkte vergeben werden

Praktische Prüfung: 50 Punkte auf Durchführung bzw. Präsentation, 50 Punkte auf das Fachgespräch. Mindestens 50 Punkte sind zum Bestehen nötig (50–66 Punkte = ausreichend, ab 92 Punkte = sehr gut).

5

Eröffnung

Begrüßung, Smalltalk, Thema und Zeitrahmen nennen – kurz, aber nie weglassen.

40

Durchführung bzw. Präsentation

Ziel nennen, Phasen erkennbar, Übung/Transfer/Abschluss, Themeneinordnung, Arbeitssicherheit, Didaktik und Methodik, Motivation und Aktivität des Azubis, Lern- und Arbeitsmittel, Lernerfolgskontrolle, Führungsverhalten, Medien.

5

Gesamtverhalten

Mimik, Gestik, Blickkontakt, Ausdruck, freies Sprechen – ohne Ablesen üben.

50

Fachgespräch

Die Hälfte der Punkte! Reflexion, Umgang mit Einwänden und begründete Antworten gezielt trainieren.

Fachgespräch trainieren

Das Fachgespräch dauert etwa 15 Minuten und bringt die Hälfte der Punkte. Beantworte diese Fragen laut und begründet – auch Fragen mit nur mittelbarem Bezug zum Thema sind erlaubt.

  • Warum haben Sie genau diese Ausbildungssituation gewählt?
  • Wie ordnet sich das Thema in den Ausbildungsrahmenplan ein?
  • Welche Phasen hat Ihre Unterweisung und warum in dieser Reihenfolge?
  • Warum diese Methode – welche Alternative hätten Sie gehabt?
  • Wie fördern Sie Fach-, Methoden-, Sozial- und Personalkompetenz?
  • Wie motivieren Sie intrinsisch statt nur extrinsisch?
  • Wie sichern Sie den Lernerfolg und was passiert, wenn das Ziel nicht erreicht wird?
  • Wie gehen Sie mit Lernschwierigkeiten oder Fehlern um?
  • Welche rechtlichen Rahmenbedingungen sind hier zu beachten (BBiG, JArbSchG, ArbSchG)?
  • Wie schätzen Sie Ihre eigene Durchführung ein – was würden Sie ändern?
Beurteilungsbögen und Details zur praktischen Prüfung →

Checkliste vor der Prüfung

  • ✓Anmeldung bei der IHK fristgerecht eingereicht
  • ✓Alle 4 Handlungsfelder mindestens einmal komplett durchgearbeitet
  • ✓In den Musterprüfungen stabil über 70 % erreicht
  • ✓Fehlerprüfung leer – keine offenen falschen Aufgaben mehr
  • ✓Praktischer Teil: Thema gewählt, Ausbildungssituation begründet, Zeitrahmen geprobt
  • ✓Medien/Arbeitsmittel für die Unterweisung vorbereitet
  • ✓Ablauf des Prüfungstags, Ort und Anfahrt geklärt

Direkt loslegen