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Handlungsfeld 3

Lernziele und Lernzielbereiche

Richt-, Grob-, Feinlernziel; kognitiv, affektiv, psychomotorisch.

Lernziele beschreiben beobachtbares Verhalten nach der Ausbildungseinheit. Hierarchisch unterscheidet man Richtlernziel (grobe Orientierung aus dem Rahmenplan), Grob- und Feinlernziel (konkret, überprüfbar).

Lernzielbereiche: kognitiv (Wissen), affektiv (Einstellung, Werte) und psychomotorisch (Fertigkeiten). Taxonomiestufen reichen von Kennen/Reproduzieren bis Bewerten/Gestalten.

Ein sauberes Feinlernziel enthält Inhalt, Verhalten und Bedingungen bzw. Gütemaßstab: 'Der Auszubildende kann nach der Unterweisung selbstständig und fehlerfrei … .'

So formulierst du das Lernziel: vom Ausbildungsrahmenplan zum Feinlernziel

Der Weg ist eine Übersetzung vom Ausbildungsrahmenplan in beobachtbares Verhalten.

  1. Richtlernziel – die große Richtung. Beispiel: „Kundenorientierte Kommunikation“.
  2. Groblernziel – meist aus dem Ausbildungsrahmenplan übernommen. Im Entwurf wird das Thema aus dem Ausbildungsrahmenplan als Grobziel angegeben. Beispiel: „Kunden situationsgerecht informieren und beraten“.
  3. Feinlernziel – konkret und prüfbar: Was soll die/der Auszubildende nach genau dieser Unterweisung können? Es beschreibt das Verhalten nach dem Lernprozess, wahrnehmbar und überprüfbar.
  4. Lernerfolgskontrolle – Woran erkenne ich, dass das Feinlernziel erreicht wurde?

Formel für das Feinlernziel

Inhalt + Verhalten + Bedingung + Beurteilungsmaßstab

„Der Auszubildende kann nach der Unterweisung ein telefonisches Kundengespräch anhand des betrieblichen Gesprächsleitfadens selbstständig, vollständig und unter Einhaltung der vereinbarten Servicestandards durchführen.“

Inhalttelefonisches Kundengespräch
Verhaltendurchführen
Bedingunganhand des betrieblichen Gesprächsleitfadens
Beurteilungsmaßstabselbstständig, vollständig, nach Servicestandards

Damit lässt sich hinterher prüfen: Kann sie/er es – oder noch nicht?

Vier Denkfragen

  1. Was steht im Ausbildungsrahmenplan? (Ausgangspunkt)
  2. Welche konkrete berufliche Tätigkeit steckt dahinter? (raus aus der Verordnung, rein in den Betriebsalltag)
  3. Was soll die/der Auszubildende anschließend sichtbar tun können? (beobachtbares Verb)
  4. Woran erkenne ich gute Leistung? (Beurteilungsmaßstab)

Das passt zur AEVO: In Handlungsfeld 3 werden aus dem betrieblichen Ausbildungsplan und berufstypischen Arbeits- und Geschäftsprozessen konkrete Lern- und Arbeitsaufgaben entwickelt.

Verben

Gut: durchführen, erstellen, auswählen, erklären, zuordnen, prüfen, montieren, ausfüllen, berechnen, vergleichen, dokumentieren, kontrollieren, präsentieren

Schwierig: kennen, wissen, verstehen, kennenlernen – „verstehen“ lässt sich kaum beobachten.

Statt „Der Auszubildende versteht die Rechnungserstellung“ besser: „Der Auszubildende kann eine Kundenrechnung anhand der vorliegenden Auftragsdaten selbstständig und fehlerfrei erstellen.“

Merkhilfe

Richtlernziel → Groblernziel → betriebliche Situation → beobachtbare Handlung → Qualitätsmaßstab → Feinlernziel

Was soll sie/er tun können, womit, wie selbstständig und wie gut?

Beispiel komplett

  • Richtlernziel: Kundenorientierung
  • Groblernziel: Kunden beraten und informieren
  • Betriebliche Situation: Ein Kunde meldet telefonisch eine technische Störung.
  • Feinlernziel: Der Auszubildende kann nach der Unterweisung eine telefonische Störungsmeldung mithilfe des betrieblichen Ticketsystems selbstständig, vollständig und gemäß den festgelegten Servicestandards aufnehmen.
  • Lernerfolgskontrolle: Der Auszubildende bearbeitet einen neuen Beispielfall selbstständig.

Das Feinlernziel entsteht aus dem Groblernziel durch Konkretisierung auf eine einzelne, beobachtbare berufliche Handlung.

Siehe auch